Rulantica aus LEGO®

Die Lieblings-Wasserwelt unserer Kinder ist das riesige Freizeit-Bad "Rulantica" (siehe: unser Besuch / Homepage / Google-Bilder), welches zum Europapark bei Rust gehört – das sollte unser großes LEGO-Sommerprojekt werden. Eine irre Projekt, denn bei den vielen Schwimmbecken und Details war schnell klar, dass das Modell riesig werden würde. Schließlich hat jeder einzelne der ganzen schönen Bereiche mehr als nur ein paar Noppen an Größe verdient. Was wir zu Beginn nicht wussten, war, dass dieses Projekt am Ende sämtliche bisherigen Rekorde an Grundfläche, Bauzeit sowie Steine-Anzahl sprengen und unser Durchhaltevermögen ganzschön auf die Probe stellen würde. Immerhin will man ja auch nicht den ganzen Sommer im Keller verbringen oder? Deshalb hat es dieses Mal auch ein bisschen länger gedauert…

Die Challenges

Kurz gesagt, es war nicht möglich, einfach mal "loszubauen", denn:

  1. Es ist schwer, geeignete Fotos auftreiben, die die komplexen Wege und deren Höhenprofil im Schwimmbad sauber zeigen
  2. Bei diesem Modell gibt es gefühlt keine rechten Winkel – das Gebäude hat die Form eines Kuchenstücks, was irgendwie etwas unverträglich mit Legosteinen ist
  3. Damit die Becken tief genug liegen, muss der komplette Boden mit allen Wegen 3 Steine oberhalb der Grundplatte liegen
  4. Es befinden sich extrem viele Fels-Attrappen im Schwimmbad, was enorme Mengen an grauen Steinen braucht
  5. Es gibt im Lego-Universum bisher keine offiziellen halb-offenen Rutschenteile für 4-Personen-Reifen
  6. Die Kinder hatten utopische Vorstellungen! – denn sie wollten FUNKTIONIERENDE WELLEN im Hauptbecken 🙂

Die Vorbereitung

Wellen! – wie zum Teufel soll das gehen? Schnell wurde klar, dass hier Technik zum Einsatz kommen muss und dass wir dieses Thema zu allererst angehen müssen, denn die Höhe der Unterkonstruktion würde die Höhe des Wassers und damit auch die Höhe des kompletten Fußbodens in der Halle beeinflussen. Also starteten wir das Prototyping und haben nach einigen Experimenten auch tatsächlich etwas Passables hinbekommen:

PS: die dramatische Hintergrundmusik im Video hat die KI ausgewählt 🙂 – ich finde, sie hat recht – hihi

Rutschröhren selbst gemacht

…aber bitteschön aus LEGO-Teilen! Ja, es gibt keine entsprechend große Rutschen-Teile – aber es gibt Teile für eine Kleinkinder-Kugelbahn von Duplo. Wenn man diese einmal halbiert, werden es 1. mehr 😉 und 2. hat man eine halboffene Röhre in passender Größe. Bei den Reifen haben wir uns vom Rettungsfloß der Raumkapsel aus dem Saturn V – Set inspirieren lassen:

Riesenschlange "Svalgur"

Wer die mythische Geschichte noch nicht kennt, die sich die kreativen Köpfe vom Europapark ausgedacht haben, dem müssen wir neben "Snorri" (um den geht’s weiter unten) zumindest "Svalgur" vorstellen. Dabei handelt es sich um eine Riesenschlange, die ihren Platz in der Eiswelt hat und deren Körper quasi die oben gezeigten 4/5-Personen-Rutschen repräsentiert. Ein Detail, welches mit unseren selbstgemachten Röhren zugegebenermaßen etwas schwer rüberkommt, aber glaubt uns – tatsächlich hat die Rutsche eine entsprechende Lackierung und da erkennt man es dann besser. Den Kopf haben wir natürlich versucht zu bauen:

Bauphase

Bei einigen Bauabschnitten haben wir uns dann zum Glück auf Bilder stützen können. Vor allem die Eiswelt mit den großen Rutschen war dabei eine Herausforderung! Die beiden Schiffe (ein Piratenschiff und ein Wrack aus Metall) konnten wir gut nachbilden. Hier ein paar Bilder der "Baustelle":

Tropfsteine und LED-Screen

Ein weiterer interessanter Bauabschnitt war der hintere Bereich, über dessen Decke eine riesige Kulisse aus Tropfsteinen schwebt. Diese überragt den kompletten Gastronomie-Bereich. Zudem befindet sich dort auch noch eine ca. 5 Meter hohe LED-Wand, auf der eine Unterwasserlandschaft mit umherschwimmenden Meerjungfrauen und anderen Fabelwesen wie auch "Snorri" zu sehen sind. Diese Wand hat unser Jüngster ganz allein gebaut! In Verbindung mit der Tropfsteindecke sicherlich eines der Highlights des Projekts:

"Snorri"

Die kleine Krake Snorri (Google-Bilder) ist das Maskottchen von Rulantica und ist dort an mehreren Orten zu sehen. Wir wollten ihn zumindest einmal verewigen und haben uns für die exponierte Stelle direkt über dem Eingang der "Snorri-Tour" entscheiden. Letztere ist eine Kinder-Attraktion – ein gemütlicher Strömungskanal, der einen auf einem Reifen durch eine lange Höhle mit Video-Projektionen führt. Und weil das alles so schön aussieht, waren die Kinder der Meinung, dass wir diese Höhle dann auch noch genauso ausleuchten müssten:

Liegestühle

Eine weitere eigene Kreation sind die Liegestühle. Eigentlich sind sie hellbraun, doch die Flaggen-Teile, welche wir als Rückenlehne verwenden, werden in der Farbe "tan" für stolze 6-7 Euro pro Stück gehandelt. Somit haben wir uns für weiß entschieden (da sind es nur wenige Cent). Schön geworden sind sie trotzdem, finden wir:

Nackideis

Unsere Tochter ist bei uns immer für Blumenbeete, die Dekoration jeglicher Essens-Bereiche und meistens auch für die Zusammenstellung der Männchen zuständig. Sie konfrontierte uns mit der Feststellung "aber unsere Männchen haben ja alle Klamotten an". Ähm – stimmt – grr. :-). Aber "geht nicht, gibt’s nicht" – oder in dem Fall "gibt’s doch, wenn man nur lange genug sucht". Tatsächlich sind wir bei AliExpress fündig geworden und haben uns diese ganz entspannt aus Asien liefern lassen (aber leider gabs nur Männer 🙁 ):

Es ist vollbracht

Zum Abschluss präsentieren wir euch den vollen Blick auf das Endergebnis aus ca. 8000 Steinen. Achtet mal auf die Wege durch die Felsen und deren zahlreichen Winkel – es war eine wahre Wonne! Wir sind überglücklich, dass "das Projekt" jetzt fertig ist und werden uns bis zum Winter wohl erstmal davon erholen müssen…

ACHJA: wir hatten nicht genug Köpfe mit grinsenden Gesichtern in Hautfarbe! Alle böse-schauenden Menschen auf den Fotos, denken nur gerade, dass sie eigentlich bald heim müssen und sind deshalb traurig 😉

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