Wie immer im Winter zieht es uns ins Warme – raus aus dem grauen Alltag, rein in Sonne, Sand und türkisblaues Meer. Dieses Mal hat es uns nach Mexiko verschlagen, genauer gesagt auf die wunderschöne Halbinsel Yucatán. Voller Vorfreude packten wir die Koffer und machten uns mit der ganzen Familie auf den Weg ins Bahia Principe Grand Tulum, einem frisch renovierten Hotel direkt am Meer. Es war nicht unser erster Besuch – vor vielen Jahren, noch ohne Kinder, waren wir schon einmal hier. Umso gespannter waren wir, wie sich die Anlage verändert hat – und wie es sich nun mit Familie dort urlauben lässt.
Das Hotel: Frisch renoviert und direkt am Meer
Das Bahia Principe Grand Tulum ist Teil eines weitläufigen Hotelkomplexes mit mehreren eigenständigen Resorts. Wir haben uns bewusst wieder für das Grand Tulum entschieden – nicht nur aus nostalgischen Gründen, sondern auch, weil das Hotel kürzlich umfassend renoviert wurde. Die Anlage liegt direkt am Meer und ist traumhaft eingebettet in den tropischen Dschungel.
Unsere Unterkunft: Geräumig, hell und mit Meerblick
Unser Zimmer – besser gesagt unsere 2-Zimmer-Villa im zweiten Stock – war perfekt für uns als Familie. Es gab ein Schlafzimmer mit Doppelbett, ein weiteres mit Ausziehcouch und einem zusätzlichen Beistellbett. Zwei Balkone und eine Schiebetür zwischen den Zimmern sorgten für Raum und Privatsphäre. Besonders schön: Alle Zimmer im Tulum sind so ausgerichtet, dass man einen Meerblick hat – ein echter Pluspunkt. Wir hatten uns bewusst für den zweiten Stock entschieden, da wir aus der Vergangenheit wussten, dass die unteren Etagen recht hellhörig sein können. Von unserem Zimmer hatten wir direkten Zugang zu einem Kinderpool und waren in wenigen Schritten am Strand.
Die Anlage: Dschungelfeeling und kurze Wege
Die Anlage ist sehr weitläufig und wunderschön im Grünen angelegt – ein echtes Tropenparadies. Zwischen den Hotels flitzen kleine Elektrofahrzeuge, die Gäste bequem von A nach B bringen. Ideal für Familien, denn die Wege können mit kleinen Kindern sonst schnell lang werden.
Service & Personal: Freundlich und hilfsbereit
In puncto Service waren wir durchweg zufrieden. Das Personal war überwiegend freundlich bis sehr freundlich. Ein kleiner Vorfall mit einer À-la-carte-Reservierung wurde professionell und großzügig gelöst – wir bekamen einen zusätzlichen Restaurantbesuch als Entschädigung. An der Rezeption wird gutes Englisch gesprochen, in den Restaurants oder Bars ist es teils eher rudimentär – trotzdem kamen wir auch ohne Spanischkenntnisse gut zurecht.
Pool & Strand: Für Action-Liebhaber und Ruhesuchende
Die Anlage bietet zwei große Pools:
Einen Hauptpool mit Animation, Musik und viel Trubel – perfekt für alle, die Unterhaltung mögen.
Einen ruhigeren Pool in der Nähe des Kinderbereichs mit kleinen Rutschen – hier hielten wir uns überwiegend auf. Ohne Musik, dafür mit entspannter Atmosphäre.
Liegen waren zu jeder Zeit verfügbar – wir waren meist gegen 9:30 Uhr am Pool, aber auch später gab es noch Plätze, selbst im Schatten.
Der Strand ist karibisch schön, mit türkisblauem Wasser und feinem Sand. Er fällt zwar relativ steil ab, ist aber sehr sauber. Beim Kajakfahren haben wir sogar Fische und einen Rochen gesehen – das Wasser war so klar, dass man bis zum Grund sehen konnte.
Tiere: Natur hautnah
Ein echtes Highlight für die Kinder (und ehrlich gesagt auch für uns Erwachsene) war die Tierwelt in der Anlage: Von großen Leguanen, die sich tagsüber in der Sonne aalten, über putzige Nasenbären bis zu Waschbären am Abend war alles dabei. Unsere Kinder haben den Tieren Namen gegeben und sie täglich besucht – ein echtes Erlebnis.
Essen & Restaurants: Viel Auswahl, gute Qualität
Im Hauptrestaurant gibt es jeden Abend wechselnde Themenabende, eine mexikanische Ecke, Pizza, Pasta, Salate und Desserts – für jeden ist etwas dabei. Natürlich ist das Essen an den Buffets nicht immer heiß, aber an den Live-Cooking-Stationen wird frisch und lecker gekocht.
Besonders gefallen haben uns die À-la-carte-Restaurants – unser Favorit war das brasilianische "La Concha" und das mexikanische "Tequila", teils sogar mit Livemusik. Während unseres Aufenthalts konnten wir vier dieser Restaurants reservieren – ein tolles Extra.
Mittags gab es am Strand eine Snackstation mit Burgern, Wraps, Pommes etc. – bestellt wird digital, die Wartezeit kann allerdings bis zu 30 Minuten betragen. Wer es schneller mag, geht besser ins Hauptbuffet.
Aktivitäten & Unterhaltung: Von ruhig bis unterhaltsam
Kajak, Kanu oder Stand-Up-Paddling kann man täglich eine Stunde kostenlos nutzen – für uns eine der schönsten Aktivitäten. Das ruhige Wasser lädt zum Entdecken ein.
Abends gab es meist Livemusik und in der großen Hacienda eine Show. Die große Samstagabend-Show war kostenpflichtig (25 € pro Erwachsener), daher haben wir sie nicht besucht.
Die Kinderanimation haben wir nicht genutzt – unsere Kinder waren zu alt für die angebotenen Gruppen (4–6 und 7–9 Jahre), zudem wäre die Kommunikation auf Spanisch oder Englisch eher schwierig gewesen.
Ein echter Spaß war die gemeinsame Fahrradtour durch die Hotelanlage – wenn man das denn „Tour“ nennen kann. Die Fahrräder waren… nennen wir es charmant: mexikanisch – die Erwachsenenräder ohne Handbremse, die Kinderfahrräder deutlich besser in Schuss. Lustig war es trotzdem, besonders da wir scheinbar die einzigen waren, die richtig Fahrradfahren konnten. Bei der kleinsten Steigung stiegen alle anderen sofort ab – inklusive Animateur, der fünf Mal fragte, ob wir auch wirklich fahren können.
Unsere Ausflüge rund um Tulum – Abenteuer, Natur und tierische Begegnungen
Natürlich wollten wir nicht die ganze Zeit nur am Strand oder Pool verbringen – auch wenn es dort wirklich traumhaft war. Rund um Tulum gibt es eine ganze Menge zu entdecken, und so haben wir uns gleich mehrere Ausflüge vorgenommen. Hier berichten wir euch von unseren Erlebnissen – von schwimmenden Delfinen über antike Ruinen bis hin zu geheimnisvollen Cenoten im Dschungel.
Delfin-Abenteuer: Ein besonderes Erlebnis für die Kinder
Ein Highlight für unsere Kinder (und auch für uns) war der Ausflug in ein Delfinzentrum in der Nähe von Puerto Aventuras, einem alten Hafenbereich südlich von Playa del Carmen. Das genaue Programm nannte sich Dolphin Royal Connection.
Natürlich ist es ein kontroverses Thema, ob man Delfine in Gefangenschaft halten sollte. Wir haben uns im Vorfeld intensiv mit der Anlage beschäftigt und fanden sie gut gepflegt, mit vielen großen Becken und einem generell positiven Eindruck. Besonders für unsere Kinder war es ein unvergessliches Erlebnis, mit den Delfinen zu schwimmen, sie zu füttern, anzufassen und einige Kommandos selbst auszuführen.
Zusätzlich beinhaltete unser gebuchtes Programm noch die Begegnung mit Manatees (Seekühen) und einem Seelöwen – beides ebenso faszinierend. Spannend war auch das, was wir dazugelernt haben: z. B., dass Seelöwen mit Bären verwandt sind, während Manatees enger mit Elefanten verwandt sind. Solche Fakten bleiben den Kindern besonders im Gedächtnis.
Geplant war außerdem eine Katamaranfahrt, die allerdings wetterbedingt abgesagt wurde. Die Agentur bot uns aber gleich eine Alternative zur Nachholung an – sehr professionell.
Was uns nicht so gut gefallen hat, war der hohe Preis für die Fotos – zumindest am Anfang. Mit etwas Verhandlungsgeschick (und Hartnäckigkeit) haben wir es geschafft, den Preis für das komplette Fotopaket für unsere fünfköpfige Familie auf umgerechnet 35 US-Dollar zu drücken. Dafür bekamen wir alle Bilder – mit Delfinen, Manatis, Seelöwen. Ein fairer Deal und tolle Erinnerungen!
Fortbewegung: Mit Taxi statt Kollektivbus
Eigentlich gibt es in der Region günstige Kollektivbusse (Colectivos), die regelmäßig zwischen Tulum und Playa del Carmen verkehren – für unter zwei Euro pro Person. Wir haben uns allerdings für die bequemere Variante entschieden und sind mit dem Taxi gefahren.
Unser Taxifahrer war sehr freundlich, pünktlich und zuverlässig, sodass wir ihn für mehrere Fahrten privat gebucht haben. So hat er uns z. B. direkt am Hoteleingang abgeholt und später auch wieder eingesammelt. Günstig ist das allerdings nicht: Eine Hin- und Rückfahrt nach Tulum für fünf Personen kostete etwa 100 €. Für uns war es den Komfort wert.
Ruinen von Tulum: Antike trifft auf Karibikblick
Ein kulturelles Muss in der Region sind die Ruinen von Tulum – eine der wenigen erhaltenen Maya-Stätten direkt am Meer. Die Tempel und Mauern liegen auf einem Felsen über der Küste und bieten einen spektakulären Blick auf das türkisfarbene Wasser.
Die Anlage selbst ist zwar nicht riesig, aber sehr schön gelegen. Was uns weniger gefallen hat, war das recht umständliche Ticketsystem: Man zahlt einmal für eine Art „Zoll“, dann noch einmal für den Eintritt zu den Ruinen. Zwischen Parkplatz und Eingang muss man warten, bis ein Bus einen zur Stätte bringt – insgesamt vergeht da schnell mal eine Dreiviertelstunde, bevor man wirklich ankommt.
Man kann im Anschluss noch weiter zum nahegelegenen Strand unterhalb der Ruinen gehen – wir haben das allerdings ausgelassen und den Rückweg angetreten.
Shopping in Tulum: Farbenfroh und lebendig
Nach dem Besuch der Ruinen haben wir den Ausflug genutzt, um in Tulum-Stadt ein bisschen shoppen zu gehen. Entlang der Hauptstraße gibt es viele kleine Souvenirläden, Boutiquen und Kunsthandwerksstände – touristisch, aber etwas günstiger als im Hotel.
Unser Taxifahrer hat uns hingefahren und gewartet, während wir entspannt durch die bunten Straßen schlenderten. Die Kinder waren begeistert von den Farben, Gerüchen und dem allgemeinen Trubel. Es lohnt sich auf jeden Fall, hier vorbeizuschauen – auch wenn man nichts kauft.
Casa Tortuga Cenoten: Magisch, kühl und voller Natur
Ein absolutes Highlight unseres Urlaubs war der Besuch bei den Cenoten der „Casa Tortuga“. Wir hatten uns nach ausführlicher Recherche für diese Anlage entschieden, die insgesamt vier Cenoten bietet – zwei offene und zwei Höhlen-Cenoten. Der Eintrittspreis lag bei etwa 120 € für fünf Personen, inklusive geführter Tour.
Zuerst dachten wir, es würde ein typischer Massenausflug werden – große Gruppe, kurze Tour, dann Abfahrt. Aber es kam anders: Die Tour diente nur der ersten Einführung, danach konnte man sich bis 17 Uhr frei bewegen und alle Cenoten erneut besuchen. Wir waren begeistert!
Das glasklare, kühle Wasser, die verwunschenen Höhlen und die teils mutigen Sprungmöglichkeiten von Klippen machten diesen Tag zu einem der eindrücklichsten unserer Reise. Ein kleiner Tipp: Handtücher mitnehmen! Uns wurde am Eingang gesagt, nichts mitzunehmen – im Nachhinein ein Fehler, denn trockene Sachen wären zwischendurch Gold wert gewesen, vor allem für die Kinder.
Monkey Sanctuary: Tierliebe statt Zirkus
Nur wenige Minuten vom Hotel entfernt befindet sich das Monkey Sanctuary, eine Auffangstation für Affen und andere Wildtiere, die nicht mehr ausgewildert werden können. Anders als es die Website vermuten lässt, läuft man nicht mit freilebenden Affen durch den Dschungel – die Tiere leben in Gehegen, gut betreut von Freiwilligen und Mitarbeitern.
Die Tour dauerte etwa 1,5 bis 2 Stunden, wurde auf Englisch durchgeführt und war sehr informativ. Am meisten Spaß machte der Besuch im Affengehege, wo ein neugieriger kleiner Affe auf uns herumkletterte und für viele Lacher sorgte.
Für Kinder war das eine schöne Mischung aus Lernen und Erleben, aber länger hätte es auch nicht dauern dürfen – danach ließ die Aufmerksamkeit deutlich nach.
Unser Fazit zu den Ausflügen
Unsere Ausflüge waren abwechslungsreich, spannend und genau das richtige Kontrastprogramm zum süßen Nichtstun im Hotel. Besonders gefallen haben uns:
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Das Delfinprogramm, das trotz aller Diskussionen gut organisiert war und den Kindern unvergessliche Erlebnisse schenkte
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Die Cenoten von Casa Tortuga, die Natur und Abenteuer perfekt verbinden
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Der Shopping-Bummel in Tulum, bei dem man das bunte Leben Mexikos hautnah erleben konnte
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Das Monkey Sanctuary, das aufklärte und gleichzeitig unterhielt
Wer sich für einen Urlaub auf der Yucatán-Halbinsel entscheidet, sollte auf jeden Fall Zeit für mindestens zwei bis drei Ausflüge einplanen – es lohnt sich!
Unser Fazit
Der Aufenthalt im Bahia Principe Grand Tulum war ein gelungener Familienurlaub zum Jahreswechsel. Besonders überzeugt haben uns:
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die frisch renovierten und geräumigen Zimmer mit Meerblick
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die kinderfreundliche Anlage mit ruhigem Poolbereich
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das abwechslungsreiche Essen, besonders in den À-la-carte-Restaurants
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die tolle Lage direkt am Strand mit glasklarem Wasser
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die Tierwelt, die für Begeisterung bei Klein und Groß gesorgt hat
Empfehlen würden wir das Hotel besonders Familien mit Kindern im Grundschulalter, aber auch Paare oder Freundesgruppen, die eine entspannte Mischung aus Ruhe, Natur und Unterhaltung suchen. Wer auf der Suche nach einem erschwinglichen All-Inclusive-Resort mit mexikanischem Flair ist, wird hier definitiv glücklich.
